Zukunft der Arbeit II (9. Türchen)

Anstatt nun zu sagen, wie ein bestimmter Beruf in Zukunft aussieht, möchte ich an dieser Stelle ein paar Gedanken anbieten, die bei der Beantwortung der Frage helfen sollen.

Alles, was man digitalisieren kann, wird digitalisiert.

(… ob es sich dann durchsetzt, zeigt sich später.)

Im tertiären Sektor (Dienstleistung) sehen wir heute schon Chatbots in den Call Centern, also Programme, die den Dialog führen.

Im sekundären Sektor (Industrie) wird – insbesondere in Deutschland unter dem Begriff Industrie 4.0 – die Digitalisierung und damit auch die Automatisierung der Produktions- und Qualitätssicherungsprozesse vorangetrieben.

Und auch im primären Sektor (Landwirtschaft) gibt es mittlerweile wichtige Anwendungsfelder, wie beispielsweise Systeme mit Saat- und Düngeempfehlungen, die auch globale Klimasimulationsmodelle berücksichtigen.

Die Veränderungen in den Tätigkeiten kann man sich dann als „Schere“ vorstellen, die an zwei Stellen ansetzt, nämlich am oberen und am unteren Ende der Komplexitätsskala.

So werden im Beispiel mit der Landwirtschaft hochkomplexe neue Ansätze für die Masse der Nutzer verfügbar (und erschwinglich) , die sich niemand zuvor leisten konnte. Das ist das obere Ende der Skala.

Und am unteren Ende der Skala werden Standardtätigkeiten durch Robotik ersetzt oder unterstützt, wie beispielsweise der Chatbot der Standardanfragen selbständig handhaben kann.

Aber bevor es in Arbeit ausartet, jetzt erstmal raus aus den Betten und das neunte Türchen öffnen.

 

Zukunft der Arbeit I (8. Türchen)

In die Zukunft zu schauen ist naturgemäß schwierig. Und es gibt ein paar tolle Beispiele für Fehlprognosen.

So hat der Chairman von IBM, Thomas Watson, im Jahr 1943 einen weltweiten Bedarf für ca 5 Computer gesehen. Ok, die damaligen Rechner hatten deutlich weniger Rechenleistung und Speicherkapazität als alles das, was wir heute in einer digitalen Armbanduhr finden. Aber dennoch war der Bedarf falsch eingeschätzt worden, wohl auch, weil der Formfaktor und die Einsatzgebiete nicht richtig eingeschätzt werden konnten. (Hier gibt es noch mehr dieser Fehleinschätzungen)

Wenn man nun bei den Schriftstellern nach Prognosen sucht, sollte man am ehesten von den Science Fiction Autoren etwas erwarten. Auch hierzu ein nettes Fundstück: In Stanislaw Lems Roman Eden von 1960 beschreibt er eine Rakete, in der die ganzen Dokumentationen und  Informationen dort zu finden sind, wo man sie damals auch erwartet hat: in der Bordbibliothek! Besonders dick nehmen sich die Sternenatlanten aus…

Und auch die Profis tun sich schwer: So hat der Zukunftsforscher Matthias Horx 2010 den Untergang von Facebook binnen weniger Jahre vorausgesagt.

Nun ist es immer leicht, im Nachhinein etwas besser zu wissen. Interessant in diesem Zusammenhang finde ich es, einmal rückblickend zu schauen, was sich verändert hat. So gibt es beispielsweise die folgenden Berufe (zumindest bei uns) nicht mehr:

  • Rattenfänger
  • Klageweib
  • Lachkonserve
  • Aufwecker
  • Abtrittanbieter
  • Enzyklopädien-Verkäufer

(Erläuterungen der Berufe im Bedarfsfall hier)

So hat sich der Rattenfänger zum Kammerjäger gewandelt und ist nicht mehr von der Stadt beauftragt, sondern wird von Firmen und Privatleuten beauftragt.

Das Klageweib hat einen kulturellen Ursprung und sich mit dem Kulturwandel überdauert.

Und die anderen Berufe haben sich aufgrund des technisch-organisatorischen

Wandels überdauert oder zumindest ganz stark verändert. (So ist der Enzyklopädien-Verkäufer vermutlich heute Callcenter Agent und bietet alles mögliche an…)

Nachdem nun Wochenende ist, bietet es sich an, vor diesem Hintergrund einmal zu überlegen, wie sich unsere Berufe verändern, bzw. überdauern. Aber erstmal raus aus den Betten und das achte Türchen aufmachen!