Thermomix – update

Und wieder ist beim Thermomix zu erkennen, wie sich die Welt im Zuge der Digitalisierung ändert.

Offensichtlich macht Vorwerk ohne vorherige Information ein neues Modell kurzfristig verfügbar (zum 1.4.19 – das Datum lässt zunächst einmal zweifeln, aber es scheint ernst gemeint zu sein). Diejenigen, die in den letzten Wochen ein neues Gerät der letzten Generation gekauft haben, fühlen sich nun  ungerecht behandelt, weil diese Systeme nun plötzlich Ausaufmodelle sind. Mithilfe sozialer Medien können sich die Betroffenen nun organisieren, um sich gemeinsam Recht zu verschaffen (Sammelklagen etc.).

Der Verbraucher erwartet also auch in diesem Bereich proaktive Kommunikation und er kann seine Position besser durchsetzen mithilfe der Segnungen der Digitalisierung.

Daten und ihre Verarbeitung – aktuelle Leistungsfähigkeit

Ein paar interessante Zahlen:

In zwei Minuten werden heute weltweit mehr Fotos gemacht als im gesamten 19. Jahrhundert! (ok, es geht hier um die Menge, nicht um die Sinnhaftigkeit…)

Das System „Watson“ von IBM kann in 10 Minuten das vollständige Genom eines Menschen analysieren (und ggf. Therapieempfehlungen erstellen). Menschliche Ärzte würden für diese Aufgabe 160 Stunden benötigen.

Nach einer Studie der Kantar TNS erwartet die Bevölkerung in Deutschland im Durchschnitt weder eine Verschlechterung noch eine Verbeserung des Lebens durch künstliche Intelligenz.

Schildbürger

Der Amazon Dash-Button ist verboten worden, weil der Kunde den genauen Preis für das Waschmittel, den Kaffee oder was auch immer erst im Nachhinein erfährt. Formal ist das Verbot wohl so richtig, aber es spielt im Modell des Dash Buttons eine untergerodnete Rolle. Es geht vielmehr darum, Bequemlichkeit zu erhalten, indem ich dort, wo ich den Bedarf feststelle, unmittelbar die Bestellung mit minimalem Aufwand auslösen kann. Es stimmt, ich kann dann ein wenig Geld sparen, wenn ich den besten Preis für dieses Produkt bekomme. Aber wenn ich wegen des nun erforderlichen Aufwandes vergesse, das aufgebrauchte Produkt auf den „Einkaufszettel“ zu schreiben, sind die Kosten ggf. noch höher. Ich habe zwar keinen Dash-Button im Einsatz, aber ich bin der Meinung, es muß möglich sein, ihn zu nutzen, zumal die Spielregeln ja auch offen gelegt werden.

In der gleichen Richtung: Datenschützer fordern verbindlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Diensteanbeiter bspw. Social Media oder emails. Amder fordern andere Regelungen. Ist das richtig so? Es gibt doch schon email Dienste die die Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten; warum muß ich es für alle verbindlich machen? Wer darauf verzichten will, soll es tun können.

Hinweis und Verbotsschilder im Straßenverkehr haben auf etwas hinzuweisen oder etwas zu verbieten, aber ich bin immer noch Schuld, wenn ich bei einer unübersichtlichen Verkehrsituation ein riskantes Manöver starte. Das Fehlen eines Hinweis- oder Verbotsschild entlastet mich nicht! Ich bin nicht vom Denken befreit!

(und gerade davor haben doch so viele Angst, wenn sie die Digitalisierung und insbesondere die künstliche  Intelligenz kritisieren….)

Verbote und Verpflichtungen führen hier nicht weiter, hier ist Aufklärung angebracht.

Shutdown in USA

Auch wenn der eine oder andere den einen oder anderen Staat ein wenig größer machen möchte, lässt sich die Globalisierung nicht verhindern.

Mir wurde es kürzlich erst wieder ganz deutlich:

Anlässlich einer Präsentation über Cloud Computing wollte ich eine möglichst allgemein akzeptierte Definition zugrundelegen und diese am Originalplatz zitieren. Das NIST (National Institut for Standards and Technology) der USA wird hier als defacto Standard betrachtet. Wenn man die Seite aber aufruft steht dort zu lesen, dass die entsprechende Seite (und alle anderen) wegen der Haushaltssituation in USA nicht zur Verfügung stehen.

Nationale Kompetenzen werden global gebraucht. Protektionismus ist mit dem Internet eigentlich nicht zu machen. Das macht die Situation in China so spannend…

Unsichtbar im Netz

Frust über die Politiker ist angeblich der Grund für die Veröffentlichung zahlreicher Daten durch einen enttäuschten Hacker. Ein junger Mensch bringt seine Fähigkeiten zum Schaden der Gesellschaft ein, weil er frustriert ist über das, was „die Politik“ leistet.

Auf der anderen Seite wird untersucht, ob neueste Technologien von eben solchen Politikern eingesetzt werden, um Abstimmungen zum Brexit und zur US Präsidentenwahl zu manipulieren. (Siehe Cambridge Analytica mithilfe der Daten von Facebook).

Und jeder kann genau erklären, dass er immer schon gesagt hat, was man dagegen unternehmen muß (Sehr schön dargestellt bei Sascha Lobo: Die Lösung bin ich!)

Es gibt kein Patentrezept, aber was kann man selbst tun? Hier mal ein paar Tips um das Ganze nicht so radikal anzugehen.

Gefahr für Demokratie? II

Es ist wie so oft, es ändern sich die Werkzeuge, nicht das System.

Aber es sind mächtige Werkzeuge, die sich hier ändern, die haben die Wirtschaft schon sehr stark verändert. In seinem Buch „The Long Tail“ beschreibt Chris Anderson, wie bspw. dank Onlinehandel in der Buchindustrie die Werke mit geringer Auflage dennoch von nahezu jedem gefunden und bestellt werden können. Dies war im klassischen Buchhandel aufgrund begrenzter Regal(kilo)meter nicht möglich.

Das Ergebnis ist  mehr Auswahl für den Konsumenten und eine Herausforderung für den klasssichen Buchhändler vor Ort durch den automatisierten Onlinehandel.

Ein wichtiges Element der Demokratie ist der aufgeklärte Bürger. Hier ist eine Herausforderung zu sehen, dass nämlich „Fake News“ und „Alternativen Fakten“ beim Bürger zu Desinformation  und eben nicht zu Aufklärung führen.

Auch hier muß (auf einer übergeordneten Ebene) aufgeklärt werden. Es muß bei der Erziehung zur Mündigkeit des Bürgers eben auch die Bewertung der Nachrichten (und ihrer Quellen) gelernt werden.

Praktisches Beispiel: Zu diesem Blog gibt es bislang keine echten Kommentare, vermutlich weil ich am Anfang ein wenig über Trolle geschrieben habe. Es gibt aber eine Reihe Kommentare die m.E. automatisch generiert worden sind und alle möglichen Zielsetzungen haben (Angebote zu Rechtschreibhilfe, Freundschaftsanfrage, Kooperationen zu Blogs und Schriftstellerei,…). Bezeichnenderweise sind alle diese Kommentare in englischer Sprache und mein Provider hat sie freundlicherweise gleich unter „Spam“ abgelegt. Hier geht also das System schon davon aus, dass es nicht bestimmungsgemäss genutzt wird und hat Gegenmassnahmen implementiert. Das ist nichts neues. Unsere Verfassung hat bspw. eine  5% Klausel für Parteien im Parlament um der Zersplitterung entgegenzuwirken; eine Erfahrung aus dem Ende der Weimarer Republik.

PS: Kommentare sind definitiv erwünscht, habt keine Hemmung!!

Ist die neue Technik eine Gefahr für die Wirtschaftsordnung und die Demokratie?

Die Debatte kommt immer wieder auf, zuletzt einmal bei den XING Nachrichten und heute natürlich beim derzeitigen Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs (CCC).

Von Seiten verschiedener Politiker kommen Forderungen auf, beispielsweise nach Datensteuern oder Kennzeichnungspflicht für Social Bots in den Sozialen Netzen.

Bei einigen dieser Vorschläge stellt sich die Frage, ob das überhaupt so durchsetzbar ist (Woran will man den Bot erkennen? oder Wie soll eine Besteurung meiner Daten denn genau erfolgen, und in welchem Land? Was ist mit den Gegenleistungen, die ich typischerweise für die Bereitstellung meiner Daten erhalte wie bspw. Navigationsdienste. Sind diese Dienste dann steuermindernd zu berücksichtigen?…)

Das wird ein schweres Stück Arbeit, hier die erforderlichen Regeln zu finden, zu beschließen und umzusetzen. Und das ganze wird nur interdisziplinär zu lösen sein. So plant der CCC anstelle eines reinen fachlichen Sicherheitprogramms seinen Congress mit 16.000 Hackerinnen, Künstler, Forscherinnen und Technikinteressierte.

Ja, die Gefahr ist gegeben, und die Arbeit ist angefangen. Aber die Demokratie war immer in Gefahr, insofern ist die Situation nicht völlig neu…