Ist die neue Technik eine Gefahr für die Wirtschaftsordnung und die Demokratie?

Die Debatte kommt immer wieder auf, zuletzt einmal bei den XING Nachrichten und heute natürlich beim derzeitigen Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs (CCC).

Von Seiten verschiedener Politiker kommen Forderungen auf, beispielsweise nach Datensteuern oder Kennzeichnungspflicht für Social Bots in den Sozialen Netzen.

Bei einigen dieser Vorschläge stellt sich die Frage, ob das überhaupt so durchsetzbar ist (Woran will man den Bot erkennen? oder Wie soll eine Besteurung meiner Daten denn genau erfolgen, und in welchem Land? Was ist mit den Gegenleistungen, die ich typischerweise für die Bereitstellung meiner Daten erhalte wie bspw. Navigationsdienste. Sind diese Dienste dann steuermindernd zu berücksichtigen?…)

Das wird ein schweres Stück Arbeit, hier die erforderlichen Regeln zu finden, zu beschließen und umzusetzen. Und das ganze wird nur interdisziplinär zu lösen sein. So plant der CCC anstelle eines reinen fachlichen Sicherheitprogramms seinen Congress mit 16.000 Hackerinnen, Künstler, Forscherinnen und Technikinteressierte.

Ja, die Gefahr ist gegeben, und die Arbeit ist angefangen. Aber die Demokratie war immer in Gefahr, insofern ist die Situation nicht völlig neu…

NDN, der Non-Digital-Native

 

Allgemein spricht man von den Digital-Natives („ins digitale Zeitalter Geborene“) als denjenigen, die die aktuelle Technologie von früher Kindheit an erlebt haben und diese selbstverständlich benutzen (und diese auch überall erwarten). Laut Wikipedia sind die Digital Natives alle diejenigen, die nach den frühen 80ern geboren wurden.

Die Mehrheit der Deutschen ist aber älter und und somit ein Non-Digital-Native (NDN), also nicht in das Digitale Zeitalter hineingeboren worden.

Die meisten von diesen haben noch bewusst die Zeiten erlebt, in denen Telefone ausschliesslich mit Festnetzanschlüssen funktionierten (Die erste Frage in einem Telefonat war sinnvollerweise nicht ‚Wo bist du gerade?‘), der Fernseher Schwarz-Weiß war oder zumindest nur drei Programme hatte und Kinder die Rolle der Fernbedienung übernahmen…

Innerhalb der NDNs gibt es Unterschiede. Als Digital Immigrant – also der Einwanderer ins Digitale – versucht man, sich in dieser Welt als ursprünglich Fremder bestmöglich zu integrieren. Es gibt einige, die ganz bewusst ins „Digitale“ einwandern wollen. Andere müssen es zwangsläufig, weil man sonst mit lieben Freunden und Angehörigen gar nicht mehr kommunizieren kann. Der Umgang mit dem Immigrantendasein ist aber häufig nur bedingt vom Alter abhängig, hier sind andere Aspekte regelmäßig viel wichtiger.

PS: Ich selbst bin NDN und der Blog dient ja auch ein wenig dazu, meine Einwanderung zu forcieren.

Vorhersage zur allgemeinen künstlichen Intelligenz

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass 76% aller Berichte, die anfangen mit „Amerikanische Forscher haben …“, nicht zutreffen. Das ist natürlich besonders spannend, wenn man herausfinden will, wann den endlich künstliche Intelligenz (KI) so richtig verfügbar ist…

Um die Gefahr, sich zu verschätzen, möglichst niedrig zu halten, hat der Zukunftsforscher Martin Ford einmal die Branchengrößen der KI dazu befragt.

Die Frage war danach, wann man mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% damit rechnen kann, dass eine allgemeine KI existiert (also eine künstliche Intelligenz, die dem Menschen grundsätzlich und nicht nur in einigen Gebieten überlegen ist).

Die Antworten schwankten von 2029 bis 2200. Und das in USA, wo die Firmenlenker im algemeinen sehr visionär sind. Es bleibt also noch ein wenig Zeit.

Wer aber die Errungschaften der speziellen künstlichen Intelligenz bestaunen möchte: Es gibt einen Artikel über das neue Buch von Martin Ford, der in englischer Sprache erschienen ist. Mittlerweile haben alle gängigen Webbrowser aber einen automatischen Übersetzer verfügbar, mit dessen Hilfe man die Website, während man sie aufruft, übersetzen kann. Einfach mal ausprobieren bei diesem link.

Selbstvermessung

Bei all den Festtagsessen bietet es sich an, den Körper und seine Veränderungen unter Kontrolle zu halten. Auch hierzu gibt es einen Trend, der allerdings nicht nur die Festtage mit ihren üblichen Konsequenzen im Fokus hat.

Unter dem Begriff Selbstvermessung (Quantified Self) versteht man die systematische Erfassung von Umgebungs- und Körperdaten um sich, in der Regel gesundheitlich oder sportlich, weiterzuentwickeln.

Ein Gradmesser der Verbreitung von solchen technologiegetriebenen Trends ist für mich immer das Angebot der Discounter. Ich habe vor Weihnachten ein Prospekt gefunden, bei dem ein Discounter eine Serie von Geräten (Fitnessarmband, Waage, Fieberthermometer, Pulsmesser und Blutdruckmessgerät) anbietet, die allesamt mit einer App verbunden werden können und die Daten zentral aufbereiten kann. (eist funktionieren diese ersten Angebot enicht gut, aber sie geben einem eine konkrete Vorstellung davon, was geht (und was eher nicht).

Bei Neujahrsvorsätzen zur Gesundheit bietet es sich ja dann an, das einmal auszuprobieren. (Hilft vermutlich aber nicht, den Vorsatz langfristig beizubehalten …)

Keine Spuren hinterlassen! (letztes Türchen)

Nicht zuletzt die Botschaft von Astro-Alex an die Enkelkinder hat das Thema Umweltschutz und verantwortungsvoller Umgang mit der (Um)welt einmal wieder hervorgehoben.

Das berühmte Burning Man Festival hat als das 8. Prinzip: Wir hinterlassen keine Spuren!

Aber häufig ist die Vorwärtsbewegung damit verbunden, Spuren zu hinterlassen.

So steht die Förderung der Steinkohle im engen Zusammenhang mit dem Aufschwung nach dem Krieg. Ohne Tagebau hätte es so nicht stattgefunden.

Unter den Geocachern gilt CITO : Cache in, Trash out (Cache hinein, Müll heraus).

Es geht also nicht darum, überhaupt keine (!) Spuren zu hinterlassen. Alles Wirken hinterlässt Spuren, und so wie Astro-Alex es sagte, geht es darum, das System in einem guten Zustand zu hinterlassen. Wenn es Fortschritt war, ist er aber definitiv anders als vorher!

Verschiedene Kulturen (23. Türchen)

Bevor es jetzt ganz weihnachtlich wird nochmals kurz ein Blick auf die unterschiedlichen Kulturen.

Die typisch deutsche Kultur geht mit neuen Technologien vorsichtig um, man ist im Zweifel eher zurückhaltend.

Die typisch amerikanische Kultur sieht zunächst das positive und treibt das erstmal voran.

Die typisch asiatische Kultur sieht das erstmal aus der Perspektive der Gesellschaft und bewertet von dort aus.

Frankreich hat sich lange Zeit sehr technologiefreundlich gezeigt, aber die Gelbwesten haben diesem Ansatz eine deutliche Absage erteilt (weil sie den Schwerpunkt an vollkommen anderer, wesentlich fundamentaler Stelle sehen).

Das Rennen um die Vorherrschaft im Feld der Zukunftstechnologien ist und bleibt erstmal vollkommen offen und die aufkeimenden lokalen Polittendenzen werden hier eine wesentlich Rolle spielen.

Aber jetzt raus aus den Betten und das dreiundzwanzigste Türchen öffnen.

Muss das denn sein? (22. Türchen)

Na das mit der neuen Technologie und so weiter?

Die Antwort ist relativ einfach und vielfach thematisiert:

Technologie lässt sich nicht aufhalten (- nur gestalten)

Wir können also den Fortschritt ignorieren und versuchen, ihn nicht weiter zu beachten, er wird sich aber den Weg bahnen. Und dann ist es besser ihn mit zu gestalten.

Das hat bereits Friedrich Dürrenmatt in seinen „Physikern“ beschrieben.

Bevor Ihr aber nun den Fortschritt mitgestaltet geht es erst einmal aus den Betten raus und es wird das zweiundzwanzigste Türchen geöffnet.

Bezugssysteme (21.Türchen)

Ein Bezugssystem ist wichtig. Wir setzen üblicherweise alles, was wir erfahren, in einen Bezug.

Und aus diesem Bezug heraus bewerten wir es. Wir sind gut in einem Thema, aber wir bekommen eine schlechte Kritik, das weckt uns auf. Wir sind es gewöhnt, dass der Nachbar uns grüßt, er macht es einmal nicht und wir überlegen, ob wir ihn verstört haben. (ich benutze bewusst das generalisierende Maskulinum, um mein Bezugssystem nicht zu verändern…)

Spannend wird es, wenn wir das Bezugssystem selbst verändern. Alexander Gerst ist gestern von der ISS zurückgekehrt und kann sich über „den Geruch der Erde“ freuen. (nach einem halben Jahr Astronautenkost und Schwerelosigkeit und …)

In dem Roman „Die Tyrannei des Schmetterlings“ wird die Theorie der Multiversen erwähnt, deren Kerninhalt ist, dass es unendlich viele Universen wie unseres gibt. Ein interessanter Gedanke, dass es unendlich viele solcher Welten gibt, und einige davon nahezu genauso ablaufen wie unsere, aber doch ein bisschen anders… Mich beruhigt es, es erlaubt, einige Dinge nicht ganz so wichtig zu nehmen.

Eine weitere wichtige tektonische Veränderung: Nach 10 Jahren trennen sich Florian Silbereisen und Helene Fischer. Ok, da brauche ich noch nicht mal die Theorie der Multiversen um mich zu beruhigen…

Aber jetzt ganz irdisch raus aus den Betten und das einundzwanzigste Türchen aufmachen, vielleicht verändert es ja Euer Bezugssystem…

Und wohin mit der Zeit? (20. Türchen)

Uns kann die Arbeit ausgehen. Falls uns also das Geld dann nicht ausgeht bleibt noch das Problem, sich die Zeit zu vertreiben.

Auch hier tut sich ein neuer Ansatz auf: Online Games.

Ich gebe zu auch schon online gespielt zu haben, aber es ist schon erstaunlich, wenn man sich die damit verbundenen Zahlen vor Augen führt.

So macht die Gaming Industrie pro Minute (!) weltweit 2.2 Millionen Euro Umsatz. Viele der beliebtesten Spiele sind im Grunde gebührenfrei und nur spezielle (vorteilsgewährende) Zusatzfunktionen, wie Ausstattung der eigenen Spielfigur etc., können kostenpflichtig dazu erworben werden.

Minütlich wächst die Gemeinde um 360 Spieler weltweit. Weitere Information findet man hier.

Zahlen und Fakten sind auch hier nochmals zusammengestellt. Interessant ist dabei die Verteilung des Umsatzes auf die Länder, allen voran China mit über 60.000€ pro Minute.

Wenn man aber das ganze auf den Umsatz pro Einwohner im jeweiligen Land berechnet, rutscht China ganz schnell vom ersten auf den letzten Platz der betrachteten Länder und Japan übernimmt die Spitze.

Umsatz in € pro Minute China USA Japan Südkorea Vereinigtes Königreich Deutschland Frankreich
Gesamtumsatz 62.700 58.620 37.020 10.800 8.460 9.060 6.000
Einwohner (in Mill.) 1.325 325 127 51 66 83 67
Umsatz pro Kopf 47,3 180,4 291,5 209,8 128,2 109,4 89,4
Reihung nach Ums. Pro Kopf 7 3 1 2 4 5 6

Statt aber nun zu daddeln und den Umsatz der Gaming Industrie vorwärts zu bringen heisst es jetzt mal wieder raus den Betten und das 20. Türchen öffnen.

Hat die Arbeit noch Zukunft? (19. Türchen)

Robotik und Automation reduzieren den Bedarf an typischer Arbeitsleistung.

Auch wenn sich in diesem Zusammenhang neuer Arbeitsbedarf auftut kann man sich leicht vorstellen, dass uns die Arbeit (zumindest für einige von uns) ausgeht.

Die üblichen Bedrohungsszenarien sind hier schnell aufgezeigt (Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit, totalitäres Regime, …). Aber interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Szenario, das Benedikt Herles zeichnet, der den geringeren Bedarf an Arbeitsleistung in klassischen Bereichen verbindet mit dem Bedarf an Arbeitskräften im Sozialen Bereich und der Disksussion um das Grundeinkommen. Sein Vorschlag ist ein bedingtes Grundeinkommen, das an Engagement im Sozialen gebunden ist. Sein Vorschlag geht auch auf die Finanzierungsansätze dazu ein. Mehr dazu in einem Gespräch mit ihm.

Einen weniger radikalen Ansatz verfolgt eine Beratungsgesellschaft in Bielefeld mit einer 25 Stundenwoche (bei vollem Gehalt). Hier geht es allerdings um maximale Effizienz in den 5 Stunden und das Vermeiden von Störungen.

Bevor Ihr aber nun an Eure Arbeit geht erstmal raus aus den Betten und das neunzehnte Türchen öffnen!