Mal was Leichtes zur Abwechslung (7. Türchen)

Ok, in den letzten Tage waren es immer sehr komplexe Themen; dann jetzt zur Abwechslung mal etwas leichtere Kost – insbesondere für diejenigen, die mit den digitalen Themen nicht ganz so vertraut sind.

Mit dem Begriff Digitalisierung tun sich viele etwas schwer, und auch so typische moderne Ansätze – wie Blogs oder so – sind auch nicht jedermanns Sache.

Da aber häufig die papiergestützte Kommunikation immer noch vorherrschend ist, sollte man natürlich auch überlegen, wie man die modernen Konzepte, wie das „Like“ der digitalen Welt, wieder zurückführen kann in die „alte“ Welt. Hier eignet sich dann der Like- und der Dislike- Stempel sehr gut.

Dieser Blog hier hat auch schon ein „Like“ (digital) bekommen – gleich am Anfang, ich hoffe nicht, dass sich jemand da vertippt hat… Falls also noch jemand sein Gefallen/Missfallen dokumentieren möchte: Die betreffende Blogseite einfach ausdrucken und dann anschließend entsprechend stempeln…

Das soll für heute reichen. Also jetzt raus aus den Betten und das siebte Türchen öffnen.

PS: Man kann diese Stempel (und andere Dinge) tatsächlich hier finden.

Güterabwägung II (6. Türchen)

 

Im ersten Beitrag zur Güterabwägung war die Lösung am Ende relativ einfach: Die Maschinen müssen Güterabwägungen vornehmen, und sie müssen dementsprechend programmiert werden. Aber wie genau muß hier programmiert werden? (Beim Programmieren muß alles immer ganz genau zu Ende gedacht werden. Das ist mir regelmäßig lästig!!)

Wie wird entschieden, ob ich den einen oder den anderen Verkehrsteilnehmer gefährde?

In einem Gedankenexperiment hat man versucht, die generellen Kriterien für solche Güterabwägungen zu ermitteln (das sog. Trolleyproblem: Man muß sich zwischen zwei Übeln entscheiden.)

Es hat sich gezeigt, dass in verschiedenen Kulturen auch verschiedene Massstäbe gebildet haben. So haben bspw. asiatische Kulturen mehr Respekt vor dem Alter und würden somit eher ältere Menschen zugunsten jüngerer schützen. In westlichen Kulturen ist das tendenziell umgekehrt. Und jetzt wird es spannend: Umfasst die Zulassung eines KFZ in einem Land dann zukünftig auch lokale Kriterien für die Güterabwägung? Haben Asiaten, die in westlichen Ländern Autos fahren, ein Anrecht auf eine Fahrzeugsteuerung, die nach asiatischen Massstäben Güterabwägung betreibt? …

Das war ein erster, sehr plakativer Aspekt. Man kann das sehr viel differenzierter betrachten und Interessierte finden in der kulturvergleichenden Sozialforschung jede Menge Lesestoff, insbesondere bei Hofstede.

Heute ist Nikolaus, da werden traditionell Stiefel über Nacht befüllt – zumindest hier in unserer christlich geprägten, westlichen Kultur. Also dann: Raus aus den Betten, die Stiefel leeren und das sechste Türchen öffnen.

 

Nachtrag für Filminteressierte:

Axel Prahl (also der, der im „wirklichen“ Leben Kommissar in Münster ist und fast immer Sankt Pauli T-Shirts trägt) spielt im Kurzfilm Sommersonntag eine tragische Rolle in der er das Leben seines Sohnes abwägen muß gegen die Leben der Insassen eines ganzen Zuges.

Güterabwägung I (5. Türchen)

Der Einsatz von moderner Technologie war (sinnvollerweise) schon immer umstritten und viel diskutiert. Der Abwurf der Atombombe und der Einsatz von Atomreaktoren ist eine Entscheidung von Menschen gewesen. Diese haben zuvor abwägen müssen, ob der Einsatz gerechtfertigt ist, also ob Risiken/Schäden und Ziele im angemessenen Verhältnis zueinander stehen (Güterabwägung). Dies wird auch in Zukunft so sein.

Moderne Technologien (insbesondere künstliche Intelligenz und Robotik) erfordern eine Erweiterung dieses Konzeptes.

Stellen wir uns ein selbstfahrendes Auto vor, dann kann ein solches Auto (zumindest seine Steuerung) aber auf einmal auch eine solche Güterabwägung machen müssen.

Ein solches Auto erkennt Gefahrensituationen . Ein entgegenkommendes Fahrzeug, das in die eigene Fahrspur hineinfährt, ist eine Gefahr. Wenn das Ausweichen aber nun bedeutet, einen gerade überholten Fahrradfahrer zu gefährden, wird einer der beiden naheliegenden Schadensfälle eintreten. (In diesem Gedankenexperiment gibt es keine dritte Möglichkeit!)

Jetzt muss das „Auto selbst“, also das Steuerungsprogramm, eine Güterabwägung vornehmen. Das ist die wesentliche neue Qualität der Güterabwägung, die der Einsatz neuer Technologien erfordert. Es bleiben die gleichen Fälle zu entscheiden, die Entscheidungen werden aber zukünftig auch von Maschinen vorgenommen. Es sind – erstmal – nur die Alltagssituationen, aber es sind technische Systeme denen wir eine Güterabwägung übertragen werden.

Der vermeintliche „Vorteil“ ist dabei, dass diese Güterabwägung vorab und ganz bewusst und explizit gemacht werden muss, da sie dem System vor Inbetriebnahme mitgeteilt (programmiert) werden muss.

So, aber jetzt erstmal raus aus den Betten und das 5. Türchen öffnen!

PS: Stiefel putzen und rausstellen nicht vergessen…

Nachtrag für Literaturinteressierte

Am obigen Thema wird deutlich, dass die Asimovschen Robotergesetze nicht ausreichend sind:

  1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen, außer er verstieße damit gegen das nullte Gesetz.
  2. Ein Roboter muss den Befehlen der Menschen gehorchen – es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum nullten oder ersten Gesetz.
  3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange sein Handeln nicht dem nullten, ersten oder zweiten Gesetz widerspricht.

Gut, sie stammen aus der Veröffentlichung Ich, der Robot von Isaac Asimov, 1950. Damals war es zunächst einmal Science Fiction und es stellte den Stand der (vorstellbaren) Technik dar.

Lesestoff (4. Türchen)

Nachdem das Wetter ja jetzt wirklich wieder zum jahreszeitlich üblichen Niveau gefunden hat, lässt sich gut etwas Lesen.

Hier eine kleine Auswahl an Büchern, die moderne Technologie in Romanform näher bringen. Ein bisschen Technologieverständnis macht das zwar einfacher, aber das meiste ist auch so ganz verständlich geschrieben (und man muß auch nicht immer alles verstanden haben um der Handlung zu folgen).

Dan Brown hat ja immer kultur-historisch interessante Handlungsorte und mit Origin geht es nach Spanien und in die Welt der künstlichen Intelligenz.

Sein Inferno ist nicht ganz so modern was die Technologie betrifft aber hier kommen die Transhumanisten als eine Art philosophische Fundierung dazu.

Marc Elsberg hat mit den drei Büchern Black Out, Helix und Zero jeweils eines der Themen Energieversorgung, Biotechnologie und Big Data / künstliche Intelligenz ganz gut beschrieben. Die technischen Grundlagen sind gut recherchiert und das meiste kann heute auch technisch / wissenschaftlich so umgesetzt werden. Insofern liefern diese Romane recht gute Anhalte dafür, in welchen Bereichen wir uns als Gesellschaft Spielregeln geben müssen, die dann auch erfolgreich etabliert werden müssen.

Mein persönlicher Favorit ist Frank Schätzings Tyrannei des Schmetterlings, weil in dem Roman in einem Zukunftsszenario einfach alle Technologien zusammenkommen (Biotechnologie, KI, Arbeitsweise der großen IT Unternehmen) und sich hier zum erstenmal jemand bemüht hat, Quantentechnik als Handlungsstrang in einem Roman darzustellen. Das Ergebnis ist ein langer, recht utopischer Roman, der aber anhand von Alltagssituationen ganz gut zeigt, wie sich die neuen Technologien im Kleinen (Beziehungen) und auch im Großen (Kriegsführung) auf lange Sicht auswirken können. Die zu Grunde gelegten wissenschaftlichen Theorien sind allesamt real existent, einige aber noch nicht bewiesen…

Das sollte bis Weihnachten reichen, und was dann noch originalverpackt ist kann ja auch verschenkt werden. Aber bevor jetzt bestellt oder gekauft wird, erstmal raus aus den Betten und macht das vierte Türchen auf!

 

Haltungsnoten für Künstliche Intelligenz (3. Türchen)

Heute geht es nochmals nach Asien, aber nicht ganz so heftig wie gestern.

In Japan arbeitet man an einem für mich schon immer unerschließlichen Rätsel mithilfe moderner Technik: Bei den Turnern sollen die Wettkampfrichter mithilfe von Computersystemen (und deren künstlicher Intelligenz) unterstützt werden bei der Bewertung der Haltung der Athleten. (Im Gegensatz zum letzten Blogpost geht es hier um die Körperhaltung, nicht um die geistige…)

http://www.fujitsu.com/global/about/resources/news/press-releases/2018/1120-01.html

In der Pressemeldung ist auch ein Link zu einem Video, und spätestens, wenn man die Performance der Athleten sieht, heisst es wieder…

Raus aus den Betten und macht das dritte Türchen auf!

„Soziales Netz“ in China (2. Türchen)

Die Volksrepublik China will bis 2020 ein Sozialkreditsystem einzuführen.

Ein erster Vergleich erinnert an die uns bekannten Bonitätsbewertungssysteme wie bspw. Schufa…

Zur Bewertung werden neben der Kreditwürdigkeit, der Zahlungsfähigkeit und dem Strafregister auch „persönliches Verhalten“ und „persönliche Beziehungen“ herangezogen. Die Bewertung kann dann zu eingeschränkter Reisefreiheit, Priorisierung bei Behörden(vor)gängen, Zugang zu Krediten und Einschränkungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge führen.

Dann ist noch interessant, dass die führenden Konsumentenplattformen Alibaba Group (chinesisches Äquivalent zu Amazon), Tencent (chinesisches Äquivalent zu Facebook) und Baidu (chinesisches Äquivalent zu Google) stark von staatlicher Stelle unterstützt und gesteuert werden.

Nachdem China in die Forschung zur künstlichen Intelligenz mehr als das 10-fache der BRD investieren möchte ist klar, dass man dann auch problemlos die Daten dieser Konsumentenplattformen auswerten könnte – im Sinne einer Bewertung des sozialen Verhaltens (Social Scorings).

Mit dieser Ausgangssituation kann man problemlos einen weiteren dystopischen Science Fiction Roman entwerfen. Das hier ist jedoch in ca zwei Jahren Realität, wir werden also recht schnell sehen, wie sich das ausnimmt.

Aber jetzt erstmal raus aus den Betten und macht das zweite Türchen auf!

Vorwort (1. Türchen)

Wie jedes anständige Buch fange ich auch diesen Blog mit einem Vorwort an, um auf ein paar Dinge hinzuweisen, die mir wichtig sind.

Ich will in den Blog-Beiträgen Anregungen zum Denken geben. Dabei will ich auch ein wenig darüber berichten, was das Bloggen selbst betrifft. Das kann langweilig werden – weil es ja eine Erfahrung ist, die einige der Leser nicht kennen (oder nur von der anderen Seite her kennen). Es kann aber vielleicht auch ein wenig Appetit machen. Lasst es mich gerne über die Kommentare wissen.

Ach ja, die Kommentare! … Weiterlesen „Vorwort (1. Türchen)“

Start

Moin,

das ist der Start meines kleinen Blogprojektes für einen Advent: Ich will mich zu 24 Tagen Blogarbeit zwingen und Euch so einen digitalen Adventkalender bescheren.

Wenn es gut geht (was auch immer das heißt), will ich weiter bloggen; wenn nicht, gibt es nächstes Jahr einen Adventkalender mit Schokolode oder Teebeuteln… Seth Godin hat in seinen Posts immer wieder angeregt, regelmäßig zu bloggen, und da dachte ich, ich mache es in Form eines Adventkalenders – die Verbindung eines alten Brauchs mit einem neuen Medium.

Es geht mir inhaltlich um Veränderungen in der Technologie und ihre möglichen oder tatsächlichen Auswirkungen. So habe ich als Bildmotive erstmal Autos gewählt. Das gespenstische Logo zum Blog ganz oben ist ein selbstfahrender LKW aus einer Technologiemesse von 2018. Das Bild zu diesem Beitrag ist eine Szene aus 1900 (nachgestellt im Technikmuseum Sinsheim).

Wer mag, kann sich bei neuen Beiträgen eine Benachrichtigung senden lassen, indem er mir folgt (siehe Schaltfläche am rechten Rand). Ansonsten muß man halt immer an dieser Stelle nachschauen. Der „Digital Native“ – also derjenige, der in das „Digitale Zeitalter“ hineingeboren wurde – kann sich natürlich auch gleich morgens im Bett den Tagesbeitrag auf dem Handy bzw. Tablet anschauen und dann erst die anderen (analogen) Türchen aufmachen.

In diesem Sinne eine besinnliche Zeit…