Gefahr für Demokratie? II

Es ist wie so oft, es ändern sich die Werkzeuge, nicht das System.

Aber es sind mächtige Werkzeuge, die sich hier ändern, die haben die Wirtschaft schon sehr stark verändert. In seinem Buch „The Long Tail“ beschreibt Chris Anderson, wie bspw. dank Onlinehandel in der Buchindustrie die Werke mit geringer Auflage dennoch von nahezu jedem gefunden und bestellt werden können. Dies war im klassischen Buchhandel aufgrund begrenzter Regal(kilo)meter nicht möglich.

Das Ergebnis ist  mehr Auswahl für den Konsumenten und eine Herausforderung für den klasssichen Buchhändler vor Ort durch den automatisierten Onlinehandel.

Ein wichtiges Element der Demokratie ist der aufgeklärte Bürger. Hier ist eine Herausforderung zu sehen, dass nämlich „Fake News“ und „Alternativen Fakten“ beim Bürger zu Desinformation  und eben nicht zu Aufklärung führen.

Auch hier muß (auf einer übergeordneten Ebene) aufgeklärt werden. Es muß bei der Erziehung zur Mündigkeit des Bürgers eben auch die Bewertung der Nachrichten (und ihrer Quellen) gelernt werden.

Praktisches Beispiel: Zu diesem Blog gibt es bislang keine echten Kommentare, vermutlich weil ich am Anfang ein wenig über Trolle geschrieben habe. Es gibt aber eine Reihe Kommentare die m.E. automatisch generiert worden sind und alle möglichen Zielsetzungen haben (Angebote zu Rechtschreibhilfe, Freundschaftsanfrage, Kooperationen zu Blogs und Schriftstellerei,…). Bezeichnenderweise sind alle diese Kommentare in englischer Sprache und mein Provider hat sie freundlicherweise gleich unter „Spam“ abgelegt. Hier geht also das System schon davon aus, dass es nicht bestimmungsgemäss genutzt wird und hat Gegenmassnahmen implementiert. Das ist nichts neues. Unsere Verfassung hat bspw. eine  5% Klausel für Parteien im Parlament um der Zersplitterung entgegenzuwirken; eine Erfahrung aus dem Ende der Weimarer Republik.

PS: Kommentare sind definitiv erwünscht, habt keine Hemmung!!

NDN, der Non-Digital-Native

 

Allgemein spricht man von den Digital-Natives („ins digitale Zeitalter Geborene“) als denjenigen, die die aktuelle Technologie von früher Kindheit an erlebt haben und diese selbstverständlich benutzen (und diese auch überall erwarten). Laut Wikipedia sind die Digital Natives alle diejenigen, die nach den frühen 80ern geboren wurden.

Die Mehrheit der Deutschen ist aber älter und und somit ein Non-Digital-Native (NDN), also nicht in das Digitale Zeitalter hineingeboren worden.

Die meisten von diesen haben noch bewusst die Zeiten erlebt, in denen Telefone ausschliesslich mit Festnetzanschlüssen funktionierten (Die erste Frage in einem Telefonat war sinnvollerweise nicht ‚Wo bist du gerade?‘), der Fernseher Schwarz-Weiß war oder zumindest nur drei Programme hatte und Kinder die Rolle der Fernbedienung übernahmen…

Innerhalb der NDNs gibt es Unterschiede. Als Digital Immigrant – also der Einwanderer ins Digitale – versucht man, sich in dieser Welt als ursprünglich Fremder bestmöglich zu integrieren. Es gibt einige, die ganz bewusst ins „Digitale“ einwandern wollen. Andere müssen es zwangsläufig, weil man sonst mit lieben Freunden und Angehörigen gar nicht mehr kommunizieren kann. Der Umgang mit dem Immigrantendasein ist aber häufig nur bedingt vom Alter abhängig, hier sind andere Aspekte regelmäßig viel wichtiger.

PS: Ich selbst bin NDN und der Blog dient ja auch ein wenig dazu, meine Einwanderung zu forcieren.

Agile Entwicklung (15. Türchen)

Unter Agiler Softwareentwicklung versteht man eine Methode, Software schneller und zielgerichteter zu entwickeln. Dabei orientiert man sich stärker an der schnellen Abstimmung mit dem Nutzer als an langfristigen Verhandlungen über große Anforderungslisten – welche dann meist veraltet sind, sobald die Software fertiggestellt ist (-> diese letzteren Methoden werden auch schonmal als „Wasserfallmodelle“ bezeichnet).

Spannend wird es, wenn man diese Methode auf andere Bereiche anwendet. Ich hatte das schon häufiger im Arbeitsumfeld getan, aber was ich jetzt gesehen habe, finde ich unheimlich interessant:

Unter der Überschrift SCRUM @ School wird schon seit einigen Jahren untersucht, wie sich die SCRUM Methode (eine spezielle Agile Entwicklungsmethode) in der Wissenvermittlung nutzen lässt, teilweise mit recht interessanten Erfolgen.

Ein Video mit einem solchen Versuch: link

Und schließlich hat sich nun auch eine Initiative zur systematische Aufarbeitung des Themas gebildet, die dann auch interdisziplinäres Lernen in Gruppen mit eigener Lerngeschwindigkeit beinhaltet: Scrum4Schools

Im übrigen fäll tmir gerad eauch auf, dass das Bloggen eine Scrum-Variante des Buchschreibens ist…

Aber jetzt gilt es erstmal, agil aus den Betten zu kommen und das fünfzehnte Türchen zu öffnen!

Vorwort (1. Türchen)

Wie jedes anständige Buch fange ich auch diesen Blog mit einem Vorwort an, um auf ein paar Dinge hinzuweisen, die mir wichtig sind.

Ich will in den Blog-Beiträgen Anregungen zum Denken geben. Dabei will ich auch ein wenig darüber berichten, was das Bloggen selbst betrifft. Das kann langweilig werden – weil es ja eine Erfahrung ist, die einige der Leser nicht kennen (oder nur von der anderen Seite her kennen). Es kann aber vielleicht auch ein wenig Appetit machen. Lasst es mich gerne über die Kommentare wissen.

Ach ja, die Kommentare! … Weiterlesen „Vorwort (1. Türchen)“

Start

Moin,

das ist der Start meines kleinen Blogprojektes für einen Advent: Ich will mich zu 24 Tagen Blogarbeit zwingen und Euch so einen digitalen Adventkalender bescheren.

Wenn es gut geht (was auch immer das heißt), will ich weiter bloggen; wenn nicht, gibt es nächstes Jahr einen Adventkalender mit Schokolode oder Teebeuteln… Seth Godin hat in seinen Posts immer wieder angeregt, regelmäßig zu bloggen, und da dachte ich, ich mache es in Form eines Adventkalenders – die Verbindung eines alten Brauchs mit einem neuen Medium.

Es geht mir inhaltlich um Veränderungen in der Technologie und ihre möglichen oder tatsächlichen Auswirkungen. So habe ich als Bildmotive erstmal Autos gewählt. Das gespenstische Logo zum Blog ganz oben ist ein selbstfahrender LKW aus einer Technologiemesse von 2018. Das Bild zu diesem Beitrag ist eine Szene aus 1900 (nachgestellt im Technikmuseum Sinsheim).

Wer mag, kann sich bei neuen Beiträgen eine Benachrichtigung senden lassen, indem er mir folgt (siehe Schaltfläche am rechten Rand). Ansonsten muß man halt immer an dieser Stelle nachschauen. Der „Digital Native“ – also derjenige, der in das „Digitale Zeitalter“ hineingeboren wurde – kann sich natürlich auch gleich morgens im Bett den Tagesbeitrag auf dem Handy bzw. Tablet anschauen und dann erst die anderen (analogen) Türchen aufmachen.

In diesem Sinne eine besinnliche Zeit…