Open Source Orgelbau

Im Programm des Chaos Communication Congress (also des Hackertreffens des Chaos Computer Clubs mit 16.000 Teilnehmern derzeit in Leipzig) war ein Vortrag zu genau diesem Thema.

Leider konnte ich den Vortrag nicht hören, aber die Ankündigung ist vielversprechend, nämlich die Anwendung von 3D Druckern beim Orgelbau und die Veränderung der Weitergabe des Wissens bei einem traditionellen Beruf (geheim-by-accident) in Form eines OpenSource Ansatzes.

(Es sind auch links angegeben, um Dateien herunterzuladen, mit denen sich Orgelteile und -pfeiffen in 3D drucken lassen…)

Aus einem völlig anderen Kontext (ekitchen newsletter) erreichte mich letzte Woche die Meldung, das der Thermomix vom Aussterben bedroht ist! Nach Analyse des Artikels sind traditionelle Arbeitsplätze bedroht und Discounter können mittlerweile preiswerter vergleichbare Technik anbieten. Man will wohl die Technik verbessern um nicht konkurrenzfähige Funktionen zu erzeugen. Ich bin gespannt, ob das gelingt. Es wird schwierig werden, mit reiner Technologie Funktionen zu erzeugen, die nicht einfach kopiert werden können. Es wird vermutlich wichtiger sein, eine Plattform oder ein Ecosystem zu erzeugen (durchaus mit technischen Hilfsmitteln), in das sich gerade nicht einfache Technologiekopien einklinken können.

5 Jahre Garantie auf Orangensaft

Beim 35. Chaos Communication Congress (35C3) in Leipzig wurde gezeigt, wie die sichersten Biometrieverfahren (Venenscanner oder Palm-Vein-Scanner) gehackt wurden.

Es darf nicht verwundern, dass neue Sicherungsmassnahmen immer wieder überwunden werden; Fortschritt findet in allen Bereichen statt.

So weiß man bereits jetzt, dass viele (asymmetrische) Verschlüsselungen in dem Moment, in dem Quantencomputer verfügbar sind, mit geringen Zeitaufwand überwunden werden können und man entwickelt bereits an neuen Lösungen. Diese heißen dann „quantensicher“…

Problemtisch ist es, wenn wir erwarten, dass es 100% Sicherheit auf Dauer gibt. Dieser Erwartung kann nicht entsprochen werden und man muß sich ihr bewusst werden.

Ich hatte ein Erlebnis bei einer Türkeireise: Als wir mit dem Bus einen Stop machten (an einem der Plätze, wo alle Busse stoppen), da boten die Händler vor Ort frisch gepressten Orangensaft an. Sobald sie bemerkten, dass der Bus aus lauter Deutschen bestand, wechselten sie ihre Verkaufskommunikation sofort von „healthy fresh orange juice!“ zu „5 Jahre Garantie!“. Hier wurde ich mir einer typisch deutschen Erwatungshaltung bewusst.