Facetten der Digitalisierung – Thermomix

Der Thermomix macht in meinen Augen deutlich, welche verschiedenen Facetten der Digitalisierung wir in der für uns in Deutschland relevanten Wirtschaft zu betrachten haben.

So ist das Kernprodukt schon digitalisiert in dem Sinne, dass es eine (weitestgehende) Programmierung (oder programmgestützte Anleitung) des Kochvorgangs erlaubt und so schonmal viele Fehler ausschließen hilft, die beim Kochen gemacht werden können.

Es gibt schon diverse Plattformen, beispielsweise SocialMedia Kanäle von Privatleuten, die Tips und Rezepte für den Thermomix zur Verfügung stellen. Diese Community muß gepflegt werden und kann als „Digitale Fortsetzung“ der privaten Verkaufsevents gedacht werden.

Einzelhändler und solche, die an Privatleute liefern, könnten Zutaten für spezielle Thermomix Rezepte als Pakete anbieten. Die Vermarktung kann natürlich zunehmend digital erfolgen.

Der eigentliche Verkauf des Thermomix Geräts dürfte dann zukünftig i.W. über das Internet erfolgen. Hier kann mit Gutscheinen für Zubehör oder o.g. Rezeptpakete gearbeitet werden, um bestimmte Verkaufskanäle zu unterstützen.

Und Vorwerk erhält an allen diesen Fronten Wettbewerb von unterschiedlichen Seiten.

PS: Apple arbeitet beim iPhone ja mit einem ähnlichen Konzept (Kern ist das Hardware Produkt und die Services / Plattform außen herum macht den Gesamtwert aus). Der zuletzt gemeldete Einbruch der Verkaufszahlen wurde mit geringeren Geräteverkäufen in China begründet, wo die Wirtschaft ja digital mächtig zulegt…

Open Source Orgelbau

Im Programm des Chaos Communication Congress (also des Hackertreffens des Chaos Computer Clubs mit 16.000 Teilnehmern derzeit in Leipzig) war ein Vortrag zu genau diesem Thema.

Leider konnte ich den Vortrag nicht hören, aber die Ankündigung ist vielversprechend, nämlich die Anwendung von 3D Druckern beim Orgelbau und die Veränderung der Weitergabe des Wissens bei einem traditionellen Beruf (geheim-by-accident) in Form eines OpenSource Ansatzes.

(Es sind auch links angegeben, um Dateien herunterzuladen, mit denen sich Orgelteile und -pfeiffen in 3D drucken lassen…)

Aus einem völlig anderen Kontext (ekitchen newsletter) erreichte mich letzte Woche die Meldung, das der Thermomix vom Aussterben bedroht ist! Nach Analyse des Artikels sind traditionelle Arbeitsplätze bedroht und Discounter können mittlerweile preiswerter vergleichbare Technik anbieten. Man will wohl die Technik verbessern um nicht konkurrenzfähige Funktionen zu erzeugen. Ich bin gespannt, ob das gelingt. Es wird schwierig werden, mit reiner Technologie Funktionen zu erzeugen, die nicht einfach kopiert werden können. Es wird vermutlich wichtiger sein, eine Plattform oder ein Ecosystem zu erzeugen (durchaus mit technischen Hilfsmitteln), in das sich gerade nicht einfache Technologiekopien einklinken können.